Algen – für die Naturkosmetik und Nahrungsergänzung

Zu den neuesten Trendprodukten gehört die Alge. Die Unterwasserpflanze ist reich an gesunden Inhaltsstoffen und kommt in Pflegeprodukten gleichermaßen gut an wie auf dem Teller. In der chinesischen Medizin ist die Grünpflanze seit Jahrtausenden geschätzt und in verschiedenen Küstenländern von Europa steht sie traditionell auf dem Speiseplan. Doch welche Wirkung hat der Meeresbewohner und können damit auch Krankheiten geheilt werden?

Naturkosmetik aus dem Ozean

In Seen und Ozeanen leben zehntausende verschiedene Algenarten. Neben kleinsten Exemplaren wachsen meterlange Gewächse heran. In Labors kommt der eigentliche Schatz der unscheinbaren Lebewesen zum Vorschein. Neben essenziellen Fettsäuren und Spurenelementen beziehungsweise Mineralstoffen wie Zink, Magnesium, Selen sowie den Vitaminen C und E sind Algen reich an hochwertigem Eiweiß, das vom Körper gut verwertbar ist. Sie kommen nicht nur in tropischen Regionen vor. Eine spezielle Braunalge beispielsweise wächst in der Ostsee. Der lateinische Name des braunen Tangs ist Saccharina latissima. Wirkstoffe aus 10.000 Litern Meerwasser stecken in einem Kilo frischer Algen. Aufgrund zellschützender Antioxidantien eignet sich diese Braunalgenart, auch Zuckertang genannt, gut für die Naturkosmetik. Da Algen grundsätzlich dankbare Pflanzen sind, lassen sie sich einfach züchten.

Meeresbiologen eines Unternehmens in Kiel züchten die Algen bereits seit Jahren und verwenden das aus ihnen gewonnene Algenextrakt für hochwertige Naturkosmetik. Im Juni werden die Pflanzen auf dessen Algenfarm geerntet. Nachdem Waschen und Sortieren, kommen die Braunalgen in eine spezielle Mühle zum Zerkleinern. Die Kleinteile landen anschließend in einem Fass wo spezielle Bakterien wie Hefekulturen zugefügt werden. Sie machen sich an den Algenzucker, wodurch ein natürlicher Gärungsprozess stattfindet. Nach rund vier Wochen bringt der Prozess aus der Algenmasse den hochkonzentrierten Algenextrakt hervor. Der in den Cremes enthaltene Algenzucker soll Falten reduzieren und Feuchtigkeit spenden. Die Zellerneuerung der Haut wird unterstützt. Auf trockene Haut wirkt die Creme aus Algenextrakt mildernd, weil natürliche Bestandteile, die Algen im Wasser schützen, auch die Haut vor Austrocknung bewahren. Bei Neurodermitis und Schuppenflechte helfen die Meeresmineralien in den Cremes ebenfalls. Diese Erkenntnis konnte mit Studien belegt werden.

Algen in der Küche

Darüberhinaus machen sich Algen nicht nur in Kosmetikartikeln gut. Auch auf dem Teller sorgen die robusten Pflanzen für Abwechslung. Bei Sushi wird das Nahrungsmittel bereits von vielen Liebhabern regelmäßig verzehrt. Gleichzeitig können die Pflanzenteile in gebratener Form zu Meeresfrüchten oder Fisch serviert werden. Algen passen mit ihrem Geschmack optimal zu Meerestieren und ergänzen dessen Aroma harmonisch. Das Immunsystem profitiert vom regelmäßigen Verzehr. Allerdings ist es ausschlaggebend, dass Algen in begrenzten Mengen und nicht zu oft gegessen wird. Denn das Wassergemüse enthält eine Menge Jod. Für Personen mit Schilddrüsenstörung kann der übermäßige Verzehr risikoreich sein.

Antibiotische Wirkung – Algen gegen Krebs?

Doch der tatsächliche Wert der Unterwasserpflanzen wird erst hinsichtlich Krebserkrankungen deutlich. Denn in Algen steckt viel mehr als angenommen. An der Uniklinik Kiel wurde in einem Forschungsprojekt erkannt, dass die Pflanzen bei Krebs eine positive Wirkung zeigen und antibiotisch wirken. An der Uniklinik untersuchen Experten seit über drei Jahren die Wirkung von Algen. Vielversprechend sind die Ergebnisse hinsichtlich Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Forscher entdeckten zwei Wirkstoffe in der Alge, die gegen die entsprechenden Krebszellen auffallend wirkten. Die Krebszellen wurden von den in geringer Konzentration bereitgestellten Wirkstoffen unter Zellkulturbedingungen rasant abgetötet. Bisher wurden die Wirkstoffe nicht an Tieren oder Menschen erforscht. Doch die Forscher sind sich einig, dass die Erkenntnisse verheißungsvoll sind. Bis ein Algen-Präparat tatsächlich zur Bekämpfung von Krebs auf den Markt kommt, kann es noch Jahre dauern.

Algen kaufen

Wer auf die wertvollen Meerespflanzen nicht mehr verzichten möchte, findet sie unter anderem in hochwertigen Asiamärkten. Da allerdings die Produktinformationen und Kochempfehlungen kaum in Deutsch aufgeführt sind, ist der Bezug von Versandhändler ratsam. Dort sind die Artikel und Empfehlungen in gewohnter Weise deutschsprachig aufgedruckt. Bei Versandhändlern ist der oft übertriebene Preis zu erwähnen. Denn die Verkaufspreise stehen nicht im Verhältnis zum Herstellungsaufwand. Getrocknete Algen quellen beim Einweichen extrem auf. Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig. Mit Zitronensaft wird das Aroma gemildert. Wer die Gelegenheit hat, sollte ein Algen-Menü in einem exklusiven asiatischen Restaurant probieren. Dort bereiten Experten die Pflanze gekonnt zu.

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