Bluthochdruck – Risiken und Tipps

Bluthochdruck ist die gefährlichste Krankheit in Deutschland. Jedes Jahr sterben weltweit neun Millionen Menschen an den Folgen. Zwar gibt es wirksame Medikamente, aber viele Patienten nehmen diese nicht oder wissen gar nicht, dass sie betroffen sind. Auch die Behandlung lässt oft zu wünschen übrig. Mit einer positiven Umstellung des Lebensstils, kann bereits konkret vorgebeugt werden.

Die Unterschätzung von Bluthochdruck

Bluthochdruck betrifft fast die Hälfte der Bevölkerung. Der Erkrankung wird nachgesagt, tödlicher als Krebs zu sein. Was zunächst heimlich und symptomlos verläuft, wird für Nieren, Gehirn und Herz schon bald gefährlich. Schleichend werden die lebensnotwendigen Organe angegriffen. Normalerweise könnte man davon ausgehen, dass diese Krankheit angesichts ihres Verlaufs und ihrer Auswirkungen Schlagzeilen macht. Doch dies trifft bei weitem nicht zu. Bluthochdruck ist extrem unterschätzt. Der überhöhte Druck zieht den gesamten Organismus in Mitleidenschaft und ist für ein Viertel der Herzinfarkte sowie jedes zweite Nierenversagen verantwortlich.

Die Medikamente

Viele der Folgen könnten durch eine rechtzeitige medikamentöse Behandlung verhindert werden. Denn wirksame Medikamente bestehen seit Jahrzehnten. Ärzte sind sich genauestens darüber im Klaren, wie die Krankheit zu behandeln ist. Doch aufgrund der Tatsache, dass rund jeder Zweite gar nicht weiß, dass er unter Bluthochdruck leidet, wird das Problem zu spät erkannt. Und nur 50 Prozent der Patienten, die sich über ihr Problem bewusst sind, lassen sich behandeln. Aber auch seitens der Ärzte muss Kritik geäußert werden. Denn nur wenige der Betroffenen erhalten die entsprechend optimale Behandlung. Die Gesellschaft ist sich der Gefahr nicht bewusst. Daher fordern viele Experten, dass die Bevölkerung sensibilisiert werden muss. Denn die Unwissenheit schützt niemanden. Bluthochdruck kann zweifelsfrei tödlich sein! Die Folgen einer Missachtung sind verheerend.

Folgen von Bluthochdruck

Herrscht in den Gefäßen dauerhaft ein zu hoher Druck, folgt das Platzen kleiner Äderchen. Die Arterien verkalken und verengen sich zunehmend. Hinsichtlich Schlaganfällen ist Bluthochdruck die Hauptursache. Das Risiko ist bei Patienten mit Bluthochdruck sieben Mal höher. Herzkranzgefäße lagern in ihre Wände Kalk und Cholesterin ein, wodurch sie sich verengen. Verstopft ein Blutgerinnsel die Engstellen droht ein Infarkt. Auch Herzschwäche ist eine Folge. Besonders schnell wird die Netzhaut im Auge verletzt. Sehstörungen und Erblindung sind nicht selten. Gefäßschäden und Nierenversagen kommen ebenfalls vor. Rund um alles gefährliche Folgen, die es zu verhindern gilt. Daher ist es jedem anzuraten den Blutdruck regelmäßig zu überprüfen und vom Arzt kontrollieren zu lassen. Gleichermaßen wichtig, ist ein bewusster Lebensstil.

Tipps gegen Bluthochdruck

Der Großteil der Patienten mit Bluthochdruck könnte durch das ändern ihres Lebensstils auf Medikamente verzichten. In einer finnischen Studie wurden Säulen eines gesunden Lebensstils ausgemacht, die das Hypertonie-Risiko auf ein Drittel senken. 21.000 Teilnehmer nahmen an der Studie Teil. Neben dem täglichen Verzehr von Obst und Gemüse und einem Body-Mass-Index von weniger als 25 wurden zwei weitere elementare Säulen identifiziert. Zum einen sollte dreimal pro Woche Sport getrieben werden. Zum anderen wurde ein Alkoholkonsum von maximal 50 Gramm pro Woche festgelegt. Das Gewicht spielt als Risiko für zu hohen Blutdruck die größte Rolle. Besonders gefährlich ist das Bauchfett. Der Druck verringert sich pro Kilogramm Körpergewicht weniger, um zwei bis drei mmHg. Grund genug überschüssige Kilos loszuwerden. Zum anderen kann an der Ernährung einiges zum Positiven geändert werden. Der Salzkonsum ist zu senken während der Kaliumkonsum zu erhöhen ist. Kalium ist beispielsweise in Nüssen, Gemüse und Obst enthalten. Für mehr Bewegung sind Ausdauersportarten wie Wandern oder Fahrradfahren ideal. Entspannungsübungen sind gleichermaßen wichtig, um Stress abzubauen und die Balance zwischen Aktivität und Ruhe herzustellen.

Idealwert und Messung

Eine gelegentliche Blutdruckmessung gibt keinerlei Aufschluss über das reale Blutdruckniveau. Daher sollte regelmäßig zu Hause gemessen werden. Denn in der Arztpraxis herrscht oft Hektik, wodurch sich die Werte verändern. Nur das regelmäßige Messen in ruhiger Umgebung gibt tatsächlich Aufschluss über den persönlichen Zustand. Gemessen werden sollte mit einem eigenen Messgerät jeweils morgens und abends zweimal mit einer kurzen Pause. Vor jeder Messung sollte der Körper einige Minuten Zeit zum Ruhen haben. Während der Messung ist eine entspannte aber aufrechte Sitzposition, in angelehnter Haltung wichtig. Um keine zu hohen Werte zu erhalten, muss bei Handgelenksmessgeräten dieses immer in Herzhöhe gehalten werden. Die Werte am besten notieren und dem Arzt vorlegen. Bei 120/80 mmHg liegt der optimale Blutdruck. Nur wenige Patienten erreichen diesen Idealwert. Daher ist es bei den meisten Behandlungen das Ziel den Wert auf weniger als 140/90 mmHg zu senken.

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