Whirlpool Praxistipps für Außenanlagen

Ein eigener Whirlpool ist grundsätzlich ein tolles Accessoire. Er dient zum Erholen nach langen Arbeitstagen und trägt maßgeblich zur Erhaltung der Gesundheit bei. Schließlich sorgt die durch Düsen ins Wasser eingeblasene Luft in Form von Luftblasen für eine sanfte oder intensive Massage. Insbesondere bei Außenanlagen spielt die Hygiene eine große Rolle. Damit die heimische Nutzung zum wohltuenden Erlebnis wird und die Freude an den Wasserbecken dauerhaft anhält, gilt es einige Punkte zu beachten.

Hygiene – Allgemeine Hinweise

Warmes Wasser ist grundsätzlich ein idealer Nährboden für Keime. Bakterien und Pilze aller Art fühlen sich in der Umgebung wohl und vermehren sich rasch. Da das Wasser bei der Nutzung des Pools sprudelt, können Keime in kleinsten Mengen über die Atemwege aufgenommen werden. Das Risiko für Erkrankungen und Infektionen ist keinesfalls zu unterschätzen. Werden Whirlpools falsch oder oberflächlich gereinigt, ist die Gefahr für eine Keimbildung groß.

Wasserbalance – Die Wasserhärte

Grundsätzlich sind für die Wasserqualität und Hygiene drei Faktoren entscheidend: Wasserbalance, Desinfektion und Filterung. Um Pflege und Reinigung des Whirlpools korrekt durchführen zu können, ist es sinnvoll, beim entsprechenden Wasserlieferanten die Calciumhärte und Carbonathärte anzufragen. Die Werte können zwischen 4 und 20 dH liegen. Bei herkömmlichem Wasser liegt die Wasserhärte in der Regel bei 12-20 dH.

Die Calciumhärte steht für die Konzentration der gelösten Magnesium- und Calciumteilchen im Wasser. Die Gefahr für Kalkablagerungen sowie eine Trübung des Wassers ist bei einem hohen Anteil von Magnesium- und Calciumteilchen höher. Ist die Wasserhärte ebenfalls zu hoch, wird der Prozess beschleunigt. Liegt der Anteil der Carbonathärte zu gering, ist die Verwendung eines Alkalitätserhöher empfehlenswert. Damit lässt sich die Alkalität beeinflussen und der pH-Wert stabilisieren. 120 ppm gelten als optimale Gesamtalkalität.

pH-Wert – Saures und Basisches Wasser

Der pH-Wert ist für die dauerhafte Erhaltung der Wasserqualität entscheidend und muss regelmäßig überprüft werden. Die Prüfung beispielsweise mit Teststreifen sollte zweimal wöchentlich erfolgen. Ein pH-Wert von 7,6 ppm wäre bei ozonbetriebenen Whirlpools optimal. Liegt der Wert über 7,88 ppm spricht man von basischem Wasser. Es fördert Kalkausfällungen und kann zur Korrosion von Metallteilen führen. Desinfektionsmittel verlieren darin einen Großteil ihrer Wirkung. Basisches Wasser kann zu Schleimhaut- und Augenreizungen führen. Um dem entgegenzuwirken, sollte ein pH-Reduzierer griffbereit sein. Dieser reguliert den pH-Wert. Gleichermaßen negativ wirkt sich ein pH-Wert unter 7,2 ppm aus. Dann spricht man von saurem Wasser, welches technische Teile und Oberflächen des Whirlpools beschädigt. Zudem kommt es zu Hautreizungen. Mit einem pH-Verstärker kommt der pH-Wert wieder in den Normal-Bereich.

Desinfektion

Um Keime aller Art abzutöten, müssen Whirlpools regelmäßig desinfiziert werden. Zur Desinfektion wird Chlor verwendet. Nach der Erstfüllung ist die Zugabe von Chlorgranulat empfehlenswert, um mögliche Verunreinigungen und Mikroorganismen zuverlässig abzuwehren. Beim Großteil von Whirlpools ist ein Ozonator gängig, der das Wasser keimfrei halten soll. Um die Bakterienfreiheit zu sichern, ist die Zugabe einer kleinen Menge Chlor nach jedem Badevorgang sinnvoll. Viele Menschen reagieren allerdings allergisch auf Chlor. Als Alternative ist die Sauerstoffmethode zum Desinfizieren denkbar. Hierbei ist der pH-Wert intensiver zu beobachten. Außerdem müssen deutlich höhere Kosten für diese Desinfektionsform kalkuliert werden.

Abfallprodukte beseitigen

Beim Genießen eines Bades im warmen Whirlpool-Wasser wird die Haut angenehm massiert. Aufgrund der Massagefunktion und der Verwirbelungen öffnen sich die Hautporen. Dabei werden Öle, Hautpartikel, Lotionen und Fette ans Wasser abgegeben. Durch die Verbindung dieser kleinsten Verunreinigungen mit Chlor wird das Abfallprodukt Chloramin gebildet, das für die typischen roten Augen verantwortlich ist. Damit das frisch zugegebene Chlor überhaupt wirken kann, muss Chloramin regelmäßig entfernt werden. Ansonsten leidet die Wasserqualität.

Es gibt verschiedene Produkte, mit denen eine Schockchlorung durchführbar ist. Diese Mittel führen zur Oxidation der Chloramine. Nach einer gewissen Wartezeit ist der Whirlpool wie gewohnt mit hoher Wasserqualität nutzbar. Grundsätzlich ist die wöchentliche Schockchlorung empfehlenswert. Um die Menge an schadhaften Verunreinigungen zu minimieren und die Wasserfrische zu gewährleisten, sollte vor jedem Whirlpool-Gang ohne rückfettenden Seifen oder Shampoos geduscht werden. Nach und nach können sich bei Außenpools Sand, Blätter und andere Verschmutzungen am Whirlpool-Boden absetzen. Zum Beseitigen der Abfallprodukte ist ein Pumpsauger hilfreich.

Filtersysteme

Grundsätzlich wäre es ratsam das Wasser nach jeder Nutzung abzulassen. Da diese Vorgehensweise einen hohen Wasserverbrauch nach sich zieht, sind je nach Art des Pools Filteranlagen unverzichtbar. Bei hochwertigen Modellen kommt die gleiche Filtertechnologie zum Einsatz, wie sie bei Trinkwasserfiltern aus dem Hausgebrauch gängig ist. Das Ergebnis der Filterung ist klares und sauberes Wasser. Beim Kauf einer Filteranlage ist darauf zu achten, dass das System mit möglichst wenig chemischen Wasserpflegemitteln auskommt. Denn ein Übermaß an Chemie schädigt nicht nur Leitungen und sämtliche Materialien, sondern auch die empfindliche Haut. Unter den Filteranlagen gibt es verschiedene Modelle. Ausführungen aus Viskose sind besonders wirtschaftlich, weil sie eine optimale Filterkapazität haben und mit einem Höchstmaß an Saugfähigkeit überzeugen.

Filterreinigung und Wasserwechsel

Sämtliche Filter sollten alle acht Wochen gereinigt werden. Ansonsten werden die Systeme zu Brutstätten für Keime. Mit speziellen Filterreinigern werden Mikroorganismen zuverlässig beseitigt. Um grobe Verunreinigungen kurzfristig zu entfernen, ist ein regelmäßiger Reinigungsprozess in der Spülmaschine ohne Reinigungsmittel oder das Abspritzen mit dem Gartenschlauch angemessen. Nach zwölf Monaten empfiehlt sich ein Filterwechsel. Das Wasser ist alle drei bis vier Monate vollständig abzulassen.

Tipp zur Wirksamkeit von Pflegeprodukten

Werden Pflegeprodukte und Zusätze ins Wasser gegeben, sollte die Zirkulationspumpte weitere 20-30 Minuten laufen. Sämtliche Bestandteile verteilen sich dann gleichmäßig im Wasser.

Wie ist Deine Meinung?

*